Abgeschlossene Projekte

Errichtung einer Gedenkstätte für die Deutschen aus Russland als Opfer des stalinistischen Regimes in der Sowjetunion

Hundert Tausende Russlanddeutsche sind in der Sowjetunion dem verbrecherischen stalinistischen Regime zum Opfer gefallen. Fast in jeder Familie gibt es Opfer von Repressalien, es wurde jemand verschleppt oder ist in den Todeslagern der so genannten Trudarmia umgekommen. Um dieser Opfer zu gedenken, hat unser Verein Vision e. V. ein Mahnmal zum Gedenken an die ermordeten Eltern und Großeltern initiiert und auf dem Parkfriedhof Marzahn errichtet. Der Gedenkstein besteht aus zwei jeweils zwei Meter großen Steinplatten aus Granit mit der Inschrift: „Den Deutschen, die in der Sowjetunion unter Stalins Regime gelitten haben.“ Auf einen Sockel aus Granit wurde die Bronzeplastik „Aus letzter Kraft“ montiert, die Vision e.V. vom russlanddeutschen Bildhauer Jakob Wedel zur Verfügung gestellt wurde. Die Gedenkstätte wurde am 12.10.2002 eingeweiht. Diese bundesweit einmalige Initiative löste eine große Resonanz in allen Medien aus.

Projekt „Aussiedler orientieren Aussiedler“, Beratung und Behördenbegleitung

(Kooperationsprojekt von Ball e.V. und Vision e.V.)

Die Idee für das Projekt „AOA – Aussiedler orientieren Aussiedler“ entstand aus den Diskussionen im Freien Forum darüber, dass die schon längere Zeit hier lebenden Aussiedler_innen aus eigener Erfahrung ihren Landsleuten bei der Integration beistehen können. Im Mittelpunkt standen vor allem Hilfestellungen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen (Hinweise zu Behördengängen, Vermittlung und Brückenbau zu Anlaufstellen für spezielle Probleme), aber auch die Informationen sowohl über wesentliche Grundlagen des deutschen Gesellschaftsmodells als auch über aktuelle Integrationsangebote unterschiedlicher Institutionen und Träger. Eine weitere zentrale Aufgabe war die Aktivierung des Selbsthilfepotenzials der Spätaussiedler_innen, indem mit ihnen gemeinsam Gelegenheiten zur ehrenamtlichen Betätigung gesucht bzw. geschaffen wurden.

Von entscheidender Bedeutung war es, dass die von Vision e.V. gestellte Mitarbeiter_innen selbst aus der Gruppe der Ausgesiedelten kamen, die aufgrund von vergleichbaren Erfahrungen Kenntnis den vielfältigen Problemen hatten und Lösungswege sehen konnten. Ihr Wissenspotenzial stellte eine wesentliche und kaum ersetzbare Ressource für die Unterstützung bei den ersten Integrationsschritten ihrer Landsleute dar. Das Projekt wurde in Kooperation mit Ball e.V. umgesetzt und bestand 5 Jahre, von 2003 bis 2008.

Vortragsreihe zur Geschichte der Deutschen aus Russland

Das Unwissen über die Geschichte und Umstände der Immigration der Aussiedler_innen führte häufig zu Missverständnissen und Abneigung ihnen gegenüber. Um die Informationsdefizite zu beheben wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein Kulturring in Berlin e.V. eine umfangreiche Bildungsreihe zur Geschichte der Deutschen aus Russland erarbeitet. Mit den Vorträgen sind dann Mitglieder des Vereins in Schulen und öffentlichen Einrichtungen in den Bezirken Marzahn, Hellersdorf, Lichtenberg sowie in Marienfelde und Karow aufgetreten.

„Wegweiser der Integration im Marzahn Nordwest“

Infoblatt „Nachbarn-Соседи“ und die in die Stadtteilzeitung „Nordwest“ integrierte Seiten für Integration

Um den großen Bedarf an Informationen der in Marzahn-Hellersdorf lebenden 20.000 Aussiedler sowie der „Einheimischen“ zu den Themen der Integration und Migration nachzukommen, wurde vom Verein Vision e.V. das zweisprachige Informationsblatt zur Integration „Nachbarn-Соседи“ konzipiert und realisiert. Damit wurde versucht, neue Brücken der Kommunikation aufzubauen und zum Abbau von Verständigungsbarrieren beizutragen. Alle Artikel wurden gleichzeitig in Deutsch und Russisch verfasst. Es wurden dadurch nicht nur wichtige Informationen weitergegeben, sondern auch Sprachkenntnisse vertieft. Durch das Aufgreifen von Fragen der Integration und die Darstellung unterschiedlicher Integrationsprojekte wurde zudem auch ein Beitrag zur produktiven Vernetzung verschiedener Integrationsansätze geleistet. Das Informationsblatt hatte einen Umfang von 12 Seiten in DIN-A4-Format. Es erschien mit einer Auflage von 1.000 Exemplaren und wurde an freie Träger, Einrichtungen, die Politik, Presse und allen Interessenten kostenlos verteilt.

In vielen Projekten, die sich mit der Integration beschäftigen, wurden mehrere Exemplare ausgelegt, so dass sie alle Interessierten mitnehmen und lesen konnten. Durch die Verteilung der Stadtteilzeitung an alle Haushalte konnte erreicht werden, dass wichtige Informationen von und über die Eingewanderten auch alle anderen Bürger_innen erreichten und von ihnen gelesen werden konnten. So konnte das Interesse für die Integrationsarbeit geweckt und über die interkulturellen Angebote in Marzahn informiert werden. Das trug wesentlich zur Erhöhung der Akzeptanz gegenüber der Neuzugezogenen und zum Abbau von Vorurteilen bei.

2006 wurde das vom Verein Vision e.V.  konzipierte zweisprachige Informationsblatt „Nachbarn-??????““ in die Stadtteilzeitung „NordWest“ integriert und weiter von ihm gestaltet und realisiert. Die gesamte Auflage von 12.000 Exemplaren wurde an die Bewohner in jedem Haushalt in Marzahn-Nordwest sowie an die Freien Träger, Einrichtungen, Vertreter der Politik und Presse vor Ort verteilt oder per Post verschickt.
Insgesamt bestand das Projekt 8 Jahre von 2002 bis 2010.

„Interkulturelle Gärten in Marzahn-Nordwest“

Im Jahr 2005 übernahm Vision e.V. Verantwortung für die Gewinnung und Organisation der künftigen Gärtner_innen und führte auch die Schulungen für sie in der Sache Selbstorganisation weiter durch, die sie befähigen sollten, einen Gartenverein zu gründen und am Leben zu halten. Im Ergebnis verwaltet „Interkultureller Garten Marzahn e.V.“ seit Juni 2006 das Gelände selbst.

Seit Januar 2005 erfolgte auf dem Gelände Golliner Str. 8-10 im Quartier Nord/West der Rückbau der Fläche zur Einrichtung eines interkulturellen Gartens. Bei der gemeinsamen Gartenarbeit bekamen Migrant_innen aus verschiedenen Ländern, wie ihre einheimischen Nachbarn, die Gelegenheit, sich besser kennen zu lernen. Für die Zugewanderten eröffnete sich eine weitere Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Vision e.V. unterstützte als Erster diese Initiative des Bezirksamtes und konnte in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern Reistrommel e.V. und Lyra e.V. durch Presseartikel und direkte Werbung innerhalb den Migrantenorganisationen hinreichend Nutzerinnen und Nutzer für den Garten gewinnen – 60 % aus der Gruppe der Aussiedler, 30 % einheimische Deutsche und 10 % Vietnames_innen. Für die Organisation der Nutzer und Nutzerinnen realisierte Vision e.V. ab Mai 2005 sechs Treffen zur Vorbereitung des Vereins, vier Treffen zur Abstimmung der Nutzerregeln, drei Treffen zur Veränderung der Vereinssatzung und Vorbereitung der Gemeinnützigkeit des Vereines „Interkultureller Garten Marzahn e.V.“ und zehn Vorstandstreffen zu Detailabsprachen. Dazu gab es fünfzig Einzelgespräche, vier Vollversammlungen, fünf Vorstandstreffen und zwei Konfliktmediationen. Der Aufwand hat sich sehr gelohnt.

Interkulturelles Fest „Fünf Kontinente zu Gast in Marzahn Nordwest“

8 Jahre in Folge warb Vision e.V. in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Alena Gawron in der Öffentlichkeit gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und für ein interkulturelles und tolerantes Miteinander im Bezirk mit seinem großen Fest „Fünf Kontinente zu Gast in Marzahn Nordwest“. Der Event fand immer Ende September von 11 – 20.30 Uhr auf dem im Stadtteil Marzahn Nordwest zentral gelegenen Barnimplatz statt. An dem Gala-Konzert beteiligten sich Interpreten aus allen Teilen der Welt, auf allen fünf Kontinenten. Das umfangreiche Konzertprogramm, das nahezu alle Genres der Bühnenkunst beinhaltete, erfreute jährlich über 5000 Besucher_innen. Für die Kinder wurden zusätzlich mehrere Wettbewerbe und sonstige Angebote organisiert. Über dieses Ereignis wurde sowohl in den deutschen als auch in den russischsprachigen Medien umfassend berichtet.

Internetzeitung „Nachbarn Online“

Das Internportal mit der Adresse www.nachbarn-online.net wurde erstmalig im Juli 1996 ins Netz gestellt. In einem Gesamtumfang von mehr als 7700 Zeichen hat seit Januar 2007 eine zweisprachige Redaktion (Deutsch und Russisch) monatlich Berichte mit Fotos, Aktuellem und Hintergrundinformationen zur Thematik der Aussiedlerintegration in Marzahn Nordwest, aus anderen Bezirken Berlins und auch bundesweit veröffentlicht. Außerdem sind auf der Webseite „Nachbarn Online“ Zeitungsartikel über die Zielgruppe zu finden, die in anderen Medien erschienen sind, Erklärungen, Untersuchungen, Statistiken, Stellungnahmen usw., die vorher wegen Platzmangel im Infoblatt „Nachbarn“ nicht zu Sprache kamen, obwohl die Bevölkerung und auch die Träger der Integrationsarbeit in Marzahn Nordwest an diesen Informationen interessiert sind und diese Informationen benötigt werden. Inzwischen hat die Internetzeitung eine neue Adresse www.nachbarn-online.eu

Alle Texte werden gleichzeitig in russischer und deutscher Sprache veröffentlicht. Nach Bedarf werden diese von Übersetzern in Russisch oder Deutsch übertragen. Man braucht nur auf der Web-Seite auf die Taste mit den Fahnen zu klicken, um von einer Sprache auf die andere umzuschalten. Aufgrund der unbegrenzten Speichermöglichkeiten wurde darüber hinaus ein Archiv angelegt, in dem alle wichtigen Informationen zur Geschichte, zu Problemen und zur Integration der Aussiedler zum Lesen und auch zum Herunterladen zur Verfügung stehen. Alle Ausgaben des Infoblatts „Nachbarn“ aus den Jahren 2002 bis 2005 wurden ebenfalls neu eingescannt und sind jetzt im Netz zum Nachlesen und für die weitere Verwendung jedem zugänglich. Für ihre gute Arbeit wurde die Webseite www.nachabrn-online.net vom regierende Bürgermeister Berlin Herrn Klaus Wowereit ausgezeichnet.

Mitgestalten aus eigener Kraft

In Tandem mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. als dreijähriges Modellprojekt in der Förderung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wollte Vision e.V. Brücken durch generationsübergreifende Initiativen zu der Aufnahmegesellschaft in Form persönlicher Kontakte schlagen und Mittler für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit durch Kommunikation und Information sein.

Das Projekt musste das gemeinsame Verständnis der Menschen für einander wecken und ein integratives Miteinander schaffen. Dabei sollten die gegenseitige Akzeptanz gefördert, das eigene Selbstwertgefühl und das ehrenamtliche soziale Engagement der Eingewanderten gestärkt und die Gefahren der Isolation und gegenseitiges Misstrauen abgebaut werden. Durch die Herstellung und Vertiefung der Kontakte zwischen Zugewanderten und ihren einheimischen Nachbarn, Gewinnung von ehrenamtlichen Helfern, Organisation und Durchführung von Begegnungen und Informationsveranstaltungen, Gewinnung von Partnern und Unterstützern für die ehrenamtliche wohnortbezogene Integrationsarbeit sollten die Stärken der Selbstorganisation weiter entwickelt werden. Ein Projektbeirat wurde geschaffen, an dem sich Einheimische und Zugewanderte gleichberechtigt beteiligten und der die gemeinsame Planung, die Einbeziehung von verschiedenen Akteuren der Integrationsarbeit in die praktische Umsetzung von Projektmaßnahmen und die Gewinnung und Qualifizierung der ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützte, um aktiv zum gesellschaftlichen Integrationsprozess beizutragen.

„Zukunftsdiplom“ für Kinder in Marzahn NordWest 2009 -2015 im Rahmen des „Masterplanes Bildung“

Das Projekt „Zukunftsdiplom“ im Rahmen der Sozialen Stadt ist ein an die Allgemeinheit gerichtetes Projekt für Kinder des Stadtteils Marzahn NordWest und wichtiger Bestandteil des „Masterplanes Bildung“. Die Teilnehmer, auch Kinder aus zugewanderten Familien, lernen unterschiedliche Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung (Lokale Agenda 21) kennen. Dazu suchen sie zu den inhaltlichen Feldern (Ökologie, Soziales und Ökonomie) Veranstaltungen, Firmen, Projekte und anderes mehr auf. In den Firmen und Einrichtungen wird den Kindern nahe gebracht, wie sich eine nachhaltige Entwicklung praktisch realisieren lässt. Sie können sich mit der Arbeit vom Deutschen Bundestag vertraut machen, sich als kleine Archäologen auf Entdeckungstouren begeben, einem Schmied bei der Arbeit über die Schulter schauen, das Planetarium, das Technikmuseum oder einen Radiosender besuchen. Der Flughafen Schönefeld kann wieder besichtigt werden, im FEZ kann man im Simulator den Flug zur ISS miterleben, sich im Tierpark auf eine Safari begeben, Fledermäuse können beobachtet werden und vieles mehr.

Die Angebote werden in einem Programm zusammengefasst und veröffentlicht. Es gibt immer ca. 60 verschiedene Angebote. Kinder können sich in Gruppen oder einzeln Interessantes daraus aussuchen. Das hilft ihnen bei der beruflichen Orientierung und ermöglicht – auf eine pädagogisch interessante Art – Wissen und Erkenntnisse über Zukunftsfähigkeit zu erwerben. Das Diplom wird mittlerweile in den Schulzeugnissen der Kinder erwähnt. Sechs Jahre führt Vision e.V. bereits die Trägerschaft des erfolgreichen Projekts, die Koordination wurde von Jaqueline Bock und Dr. Alena Gawron übernommen.

„Zusammen für die Zukunft lernen“

Das Projekt „Zusammen für die Zukunft lernen in Marzahn – Nordwest“ in der Trägerschaft von Vision e.V. gibt den Jugendlichen aus russlanddeutschen, vietnamesischen, deutschen und Roma – Familien die Möglichkeit, gemeinsam die Freizeit zu gestalten und Interessantes zu erleben. So unternahmen sie schon seit Juli dieses Jahres mehrere Fahrten, besuchten das Technische Museum, das „Mach mit Museum“, experimentierten im „Gläsernen Labor“ und im Extavium, gingen zusammen basteln, besuchten Computerkurse und teilten andere Aktivitäten miteinander. Im September geht es gemeinsam in die Heinrich – von – Kleist – Bibliothek, wo sie sich nicht nur über die Einrichtung informieren können, sondern auch große Dichter ihres Landes am Beispiel der vorhandenen Bücher vorstellen. Für 2015 ist auch eine Begegnung mit Vertretern der Polizei vorgesehen, bei der es eine Diskussion zu Fragen der Sicherheit und der Arbeit der Polizei geben wird. Noch im Juni 2013 wurde ein Flyer für das Projekt konzipiert und gestaltet. Monatlich werden Infoplakate mit dem Angebotsplan erstellt, die dann die Besucher zum Projekt einladen. Es werden auch Pressemitteilungen verfasst und an Redaktion weiter geschickt, die Berichte in Zeitungen und im Internet auslösten.

Die Realisierung dieses Projektes ist durch die enge Zusammenarbeit von Vision e.V. mit dem Verein der Vietnamesen Reistrommel e.V. und dem Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. möglich geworden. Unterstützt wird das Projekt aus dem Programm „Soziale Stadt“ vom Quartiersmanagement Marzahn Nordwest. Initiator und Projektleiter ist Swetlana Hayduk.

Projekt „Interkulturalität im Stadtteil stärken“

Im Stadtteil Marzahn Nordwest mit einem Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund von ca. 25 % sind zwei große Gruppen von Zugewanderten besonders präsent, nämlich die der Spätaussiedler_innen und der Vietnames_innen. Zu den zuletzt zugezogenen Migrantengruppen zählen Roma aus Polen und Angehörige anderer Nationalitäten, deren Anteil auf 4 % bis 8 % geschätzt wird. Die meisten im Stadtteil lebenden Bewohner_innen mit Migrationshintergrund besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Es gibt allgemein hohe Arbeitslosigkeit, Probleme bei der Alltagsbewältigung und zunehmenden Pflegebedarf, die nur einige Auslöser von Isolation und Desintegration bei den Zugewanderten wie bei Einheimischen sind. Für das Quartier ist bedeutsam, diese Isolation zu durchbrechen, Hilfestellungen zu geben, Selbsthilfepotenziale zu aktivieren und damit Ressourcen für die Allgemeinheit zu erschließen. Eine der wichtigsten Bedingungen für die Realisierung der Integrationsarbeit ist die Stabilisierung der Anlaufstellen für Migranten_nnen vor Ort. Diese sind auch Orte der Begegnung über alle Grenzen der Unterschiedlichkeiten hinweg. Die Räumlichkeiten des Ende August 2013 ausgelaufenen Modellprojekts des BAMF „Mitgestalten aus eigener Kraft“ in der Märkischen Allee 438 sind ein solcher Ort. Ziel des neuen Projekts von 2013 war es, die interessierten Anwohner_innen mit und ohne Migrationshintergrund zusammenbringen und somit die Integration und das Zusammenleben im Stadtteil voranzutreiben. Vision e.V. konnte dadurch als Mittler zwischen den Vereinen und der Bevölkerungsteilen und -milieus mit unterschiedlicher Herkunft in verschiedensten Lebensbereichen weiter arbeiten. Als ein Teilprojekt wurde der Verein mit der Überarbeitung und Aktualisierung des Integrationsplanes Marzahn NordWest beauftragt.

Projekt „Identität und Integration Plus“
– Sprachfördernde Maßnahmen für Spätaussiedler und Frauenkurse

Für Spätaussiedler, die ihre Deutschkenntnisse verbessern und mehr über Deutschland erfahren wollen, bietet Vision e.V. seit 2013 jährlich zwei besondere Sprachkurse in der Förderung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an. Im Unterricht werden Themen wie „Identität“, „Bildung“, „Beruf“, „Eigeninitiative und Engagement“, „Alltag und Familie“ behandelt, um die Kenntnisdefizite der Teilnehmer_innen über die neue Heimat zu beheben. Um den Lernprozess so praxisnah wie möglich zu gestalten, wurden Weiterbildungs-, Medien- Vereinsleben-Experten eingeladen. Um Deutschland und seine Geschichte zu erkunden und besser zu verstehen, werden auch zahlreiche Bildungsausflüge wie z.B. durch das historische Berlin, zum Abgeordnetenhaus, dem „Bundesrat“, zu Gedenkstätten und anderswohin unternommen. Den großen Erfolg der Kurse hat Vision e.V. dem langjährigen Freund des Vereins und hochgeschätzten Dozenten Hans Birnbaum zu verdanken.

Projekt „Aktive Bürgerschaft“ zur Stärkung der Strukturen der Migrantenselbstorganisation

Seit 2014 fördert das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf erstmalig die Stärkung der Strukturen der im Bezirk agierenden Migrantenselbstorganisationen (MSO) – als Anerkennung für deren langjährigen Leistungen für die Allgemeinheit, zur Standortsicherung der vertrauten Anlaufstellen der Zugewanderten und zur Erweiterung des Ressourcenpotenzials für die bezirkliche Integrationsarbeit. Somit werden die Chancen der MSO erheblich verbessert, sich dem inneren Organisationsaufbau stärker zuzuwenden und die Vereinsstruktur weiter auszubauen, was bisher kein Gegenstand der immer wieder vorübergehend geförderten zielgruppenorientierten Projekte war und wofür bisher die Mittel und die Kraft in der gebotenen Intensität fehlten. Somit wurden auch die Chancen der MSO zur Erweiterung ihrer Wirkungsebenen, Kooperationen und Vernetzungskreise und sich somit als wichtige Akteure der bezirklichen soziokulturellen Infrastruktur weiterzuentwickeln und durchzusetzen erhöht. Dazu gehört auch Vision e.V.

In den Vordergrund der bezirksgeförderten Projektarbeit stellt Vision e.V. die Gewinnung und Schulung immer neuer Multiplikator_innen, welche dann das integrative Credo, den zusammenführenden Ansatz und die erfolgreichen Herangehensweisen des Vereins tiefer in die informellen Netzwerke der Eingewanderten weiter tragen und darüber hinaus herkunfts- und generationsübergreifend weiteres ehrenamtliches Potenzial generieren.