Aktuelle Projekte

Projekt 1 „Willkommen in Marzahn Nord West“

 

Als Folge zahlreicher Konflikte im Nahen Osten und schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen in vielen Regionen, ersuchen viele Menschen Asyl in der Bundesrepublik Deutschland.

Seit 2015 werden in Marzahn Hellersdorf verstärkt Flüchtlinge aufgenommen. Im Zusammenhang mit der allgemeinen Flüchtlingskrise durch die Öffnung der Grenzen entwickelten immer mehr Menschen eine Ablehnung gegenüber den Asylsuchenden.

Damit einhergehend machte sich ein bis dahin unbekannter Effekt deutlich: Auch bestimmte Migrantengruppen reagierten ablehnend den Geflüchteten gegenüber, die in ihrer Nachbarschaft untergebracht wurden.

In Marzahn Nord West machen die Spätaussiedler bzw. Russlanddeutsche die größte Migrantengruppe aus.

Es hat sich gezeigt, dass sie besonders verunsichert auf den Zustrom der Geflüchteten reagierten. Diese Verunsicherung wurde nicht zuletzt durch die Berichterstattung der russischen Staatsmedien generiert und von rechtspopulistischen Kräften gezielt ausgenutzt.

Welches Ausmaß diese Synergien angenommen hatten, wurde am Fall „Lisa“ erkenntlich.

Im Rahmen des Projektes „Willkommen in Marzahn Nord West“ klärt Vision e.V. die Russlanddeutschen über die Problematik der Geflüchteten auf; Durch faktische Vorträge, Updates zur Lage und Schaffung von Begegnungen mit Geflüchteten, soll die Zielgruppe sich ein von den zahlreichen negativen Einflüssen unabhängiges Bild über die Geflüchteten und ihre Schicksäle machen können.

Auf diese Weise werden Ressentiments abgebaut, das Nachbarschaftsgefühl gestärkt und ein friedliches Miteinander geschaffen.

 

Projekt 2 „Identität Leben-Inklusion russischen Kulturen“

Im Rahmen des Projektes sollen Jugendliche aus Russlanddeutschen bzw. russischsprachigen Kreisen, die sich im Zwiespalt zwischen zwei sozialen Systemen, ihrem Elternhaus und der Gesellschaft, befinden, angesprochen werden. Das Projekt dient also dazu, diese Jugendlichen aufzufangen, indem ihr Verständnis für Demokratie durch Eigenerfahrungen mit demokratischen Vorgängen entwickelt und die Akzeptanz für ihre eigene Herkunft durch Vermittlung von Russischkenntnissen gefördert wird. Ihnen wird somit geholfen in ihr Familiengefüge zurückzufinden und gleichzeitig neue Perspektiven für eine eigene, vielseitige Identität zu erschließen.

Basierend auf den Impulsen der Jugendlichen selbst sollen neuartige Ansprachformate für Jugendliche aus den russischsprachigen Reihen, Jugendliche anderer Kulturen, die sich für die russische Kultur interessieren sowie Familien entwickelt werden. Diese Ansprachformate werden vielseitig genutzt, um zum einen die Identität der Russlanddeutschen (Sprache, Traditionen, Geschichte) zu wahren und zum anderen die „Nicht-Russlanddeutsche“ über den kulturellen Hintergrund der russischsprachigen Migranten im Stadtteil zu informieren.

Des Weiteren soll im Rahmen des Projektes das Ehrenamtspotential der Jugendlichen und ihrer Familien gefördert sowie deren Bewusstsein für Partizipation am gesellschaftlichen Leben entwickelt werden. Damit einhergehend soll das Elternhaus aktiv eingebunden werden, um die gesamte Familie in das Nachbarschaftsumfeld einzubinden und die Kultur der russischsprachigen Zugewanderten im Stadtteilleben sichtbarer zu machen.